
Digitalvortrag "Es fahret die Pest in einen Schinken" zur Sonderausstellung "Pest. Eine Seuche verändert die Welt"
Als Bakterien noch unbekannt waren, suchten die Menschen bereits nach Erklärungen für die Natur und das Verschwinden der Pest. Zahlreiche Geschichten finden sich in alten Sagenbüchern darüber, dass die Seuche in verschiedene Gegenstände gebannt worden sei. Im niedersächsischen Friesoythe wurde ein gut abgehangener Schweineschinken zum magischen Gefängnis des dämonischen Pesthauchs. Vertrocknet und ausgezehrt von seiner Last existiert der Pestschinken bis heute.
Referent: Alexander Reuter, geboren in Friesoythe, studierte in Bremen Kulturwissenschaft und Erziehungs- und Bildungswissenschaft. Zur Zeit promoviert er sich als Stipendiat der Universität Paderborn im Bereich Populäre Musik und Medien und ist außerdem in Hamburg in der Stadtteilkulturarbeit tätig. 2021 erschien seine Masterarbeit über den Pestschinken von Friesoythe mit dem Titel „Dei Pestschinken is bolle so olt as use Stadt. Der Friesoyther Pestschinken und seine Sage im Bedeutungswandel“ im Waxmann Verlag.

