
Dr. Andreas Stegmann, Privatdozent für Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, referiert über die Frage, ob die Reformation den modernen Sozialstaat erfunden hat. Im Wittenberger Lutherhaus wird der „Gemeine Kasten“ ausgestellt, der einen Einschnitt in der Geschichte der Armenfürsorge markiert. Der Vortrag des Kirchenhistorikers zeigt, wie diese eisenbeschlagene Holzkiste mit drei Schlössern in den reformatorischen Umbruch hineingehört und welche Bedeutung sie für den frühneuzeitlichen Protestantismus hatte. Geld war nämlich wichtig, wenn man die Kirche erneuern wollte – aber es kam darauf an, richtig damit umzugehen.

