Sonderausstellungen

01. Oktober 2020 bis 31. Oktober 2022
Luthers Sterbehaus | Lutherstadt Eisleben

Raus mit der Sprache!

Die Sprache Martin Luthers hat die Welt bewegt: Seine und unsere heutige Sprache werden in unserer Mitmachausstellung „Raus mit der Sprache!“ in Eisleben erfahrbar – experimentell, interaktiv und spielerisch!

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24. Juni 2022 bis 09. Juli 2023
Augusteum | Lutherstadt Wittenberg

Tatort 1522 – Das Escapespiel zur Lutherbibel

Zum 500-jährigen Jubiläum von Luthers Bibelübersetzung präsentieren wir eine Mitmachausstellung im Escape-Raum-Format. Die Ausstellung ist für Schulklassen sowie für Familien und Erwachsenen-Gruppen geeignet.

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Eröffnung des Wormser Reichstag

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27. Januar 2021
Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt

Heute vor 500 Jahren, am 27. Januar 1521, wurde der Wormser Reichstag eröffnet, auf dem Luther im April seinen großen Auftritt haben sollte, mit dem er Weltgeschichte schrieb. Dazu widmet sich die Leiterin unserer Museen in Wittenberg, Dr. Ruth Slenczka, zum 500. Jubiläum mit den folgenden Zeilen.

Kaiser Karl V. war erst wenige Wochen zuvor in Aachen zum König und „Erwählten Römischen Kaiser“ des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation gewählt worden. Auch Friedrich der Weise war zu diesem Anlass nach Aachen gereist und hatte das neue Reichsoberhaupt von dort weiter nach Köln begleitet. Ihn begleitete eine Delegation von Beratern, zu denen auch Georg Spalatin gehörte, Luthers Beichtvater und enger Vertrauter. Dieser hielt Luther und Melanchthon in Wittenberg brieflich über die Beratungen zur „causa Lutheri“ auf dem Laufenden. Die Frage, ob der unter dem päpstlichen bann stehende Reformator die Gelegenheit erhalten würde, seine Schriften vor dem Reichstag zu verteidigen, wurde nämlich im Vorfeld kontrovers diskutiert und war bei Eröffnung des Reichstags noch nicht entschieden.

Der Reichstag fand in Worms statt, weil in Nürnberg, dem traditionell vorgesehenen Ort, die Pest ausgebrochen war. Worms hatte damals knapp 7.000 Einwohner und Einwohnerinnen. Für den Reichstag kamen an die 10.000 Personen hinzu, die untergebracht und bewirtet werden mussten. Es herrschte daher großes Gedränge. Die hygienischen Verhältnisse waren entsprechend belastend - Wucher und Kriminalität waren an der Tagesordnung.

Eröffnet wurde der Reichstag mit der Verlesung einer Rede, der Karl einige Worte in deutscher Sprache hinzufügte. Da der in den spanischen Niederlanden aufgewachsene Herrscher kaum Deutsch sprach und verstand, war dies eine Geste des guten Willens gegenüber den Reichsständen.

Auch wenn der Wormser Reichstag durch Luthers Auftritt in die Weltgeschichte einging, standen zunächst ganz andere Themen im Vordergrund: Ein Reichsregiment wurde eingesetzt, das in Zeiten der Abwesenheit des Kaisers die Reichsgeschäfte führen sollte, das Reichskammergericht wurde reformiert und eine Ständehilfe für den bevorstehenden Romzug bewilligt. Eine Reichsmatrikel sollte die Steuern regeln, Landfrieden, Exekution und Halsgerichtsordnung wurden verhandelt.

Luther setzte zudem große Hoffnungen auf den erwählten Kaiser: Er sollte ihn im Kampf gegen den Papst, in dem der Reformator den Antichrist und Teufel sah, unterstützen. So wartete er sehnsüchtig auf die Vorladung und war fest entschlossen, ihr Folge zu leisten, obwohl ihm deutlich vor Augen stand, dass seine Reise wie für Jan Hus rund 100 Jahre zuvor auch auf dem Scheiterhaufen enden könnte.

 

Bildnachweis: Ansicht von Worms, Franz Hogenberg, kolorierte Radierung, 1593

 

Ansicht von Worms, Fragen Hogenberg, 1593

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